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Die Diskussion –ab diesem Beitrag– als Lesezeichen/Favoriten speichern Kelpie75
09.03.2014, 07:21 Uhr

Warum können manche Menschen das Schalten nicht unbewusst durchführen?

Ich (w) habe mich mit 37 Jahren entschlossen, den Führerschein zu machen. Theoretische Prüfung sofort mit 100% bestanden, praktische Prüfung auch beim ersten Versuch bestanden, aber mit einer Halbautomatik.

Meine Fahrstundenanzahl mit Halbautomatik lag im normalen Bereich. Ich habe gestern das Fahrsicherheitstraining auf meinem selbstdenkenden Lieblingsauto absolviert und hab noch eine Perfektion vor mir - dann habe ich diese Ausbildung in insgesamt 9 Monaten komplett absolviert.
Mit einer Automatik trau ich mich jederzeit und überall in den Verkehr.

Mit Schaltgetriebe hab ich inzwischen um die 150 Doppelstunden hinter mich gebracht. Mit drei verschiedenen Fahrlehrern: Zwei Männer bald verloren die Nerven. Meine geduldige Fahrlehrerin zähle ich inzwischen als Freundin.
Der Gatte einer Freundin verbrachte einen ganzen Tag mit mir am Übungsplatz.
Mein Vater lässt mich auf einsamen Straßen am Sonntag Morgen fahren.

Fazit:
Gefolterte Autos, die bei jedem Schaltmanöver Sprünge nach vorn machen, absterben, in den Kurven irgendwie..hm..kreischen. Angeblich heult auch sonst der Motor, weil ich zu spät schalte. Hm, keine Ahnung, ich unmusikalische Person höre sowas nicht und der Drehzahlmesser ist höchstens auf 3.

Sogar der sehr kritische Herr Papa sagt, ich könnte eigentlich gut fahren. Nur schalten könnte ich absolut nicht.
Die Fahrschule hat die Hypothese, dass alle älteren AkademikerInnen nicht schalten können, weil sie dauernd denken. :D
Meine Fahrlehrerin hat es gelegentlich geschafft mich so tot zu quatschen, dass ich auf die Schalterei vergaß - und dann ging es. Nur kaum habe ich wieder drei Nervenzellen zum Denken frei, geht es wieder nicht. Die Bewegungsabläufe sind nicht richtig automatisiert.

Ich bin handwerklich eigentlich sehr geschickt, aber es gab einige Dinge, die ich nicht lernen konnte. Tanzen, bestimmte Turnübungen, Schalten.
Ja, ich bin ausgesprochen kopflastig.

Nein, keine Sorge, ich muss nicht alles können. Ich finde handgeschaltete Autos inzwischen unpraktisch, mühselig, demotivierend. (Und rückständig, wenn ich ehrlich bin. Seit ich einen sehr modernen Toyota Vollhybriden bewundern durfte, der innen einen Startknopf hat wie ein PC und seinem Fahrer stets höflich und vollautomatisch unter die Arme greift. Geiles Teil. )

Die Handschalter haben für mich einfach nicht den geringsten Spaßfaktor - na ja kein Wunder wenn man sie an jeder dritten Kreuzung abwürgt.
Ich suche bereits nach einer netten kleinen Halbautomatik, gebraucht und wenig PS reichen ja für den Anfang.

Nur würde mich interessieren, wem es noch so geht. Und ob an der Hypothese etwas dran ist, dass ältere Personen mit hohem Bildungsniveau mehr Schaltprobleme haben.

Die Diskussion –ab diesem Beitrag– als Lesezeichen/Favoriten speichern Reisschuessel
20.03.2014, 15:12 Uhr

zu: Warum können manche Menschen das Schalten nicht unbewusst durchführen?

Moin Kelpie,

als inzwischen 46-Jähriger Diplom-Ingenieur kann ich Deine These so nicht bestätigen. Bei mir ist es eher umgekehrt: In einem Automatik-Auto kriege ich die Krise.
Für meinen Geschmack weiß man nie so genau, wann diese Dinger denn nun losfahren - wenn man die Bremse losläßt, oder wenn man ein Bißchen Gas gibt, oder erst, wenn man viel Gas gibt??? Mit so einem Auto rückwärts in eine Parklücke zu rangieren ist für mich ein Albtraum.
Außerdem stehen beim Fahren Motordrehzahl und Geschwindigkeit in keinem vernünftigen Verhältnis - ich muß ständig auf den Tacho gucken, um nicht total zu schleichen, oder mit 80 durch den Ort zu jagen...
Zu guter Letzt weiß ich mit meinem linken Fuß nix sinnvolles anzufangen, und mir ist es schon öfter passiert, daß ich beim Versuch, instinktiv die Kupplung zu treten, mal so richtig voll auf das überbreite Bremspedal gelatscht bin und eine fette Vollbremsung hingelegt habe.
In der Zwischenzeit habe ich es mit verschiedenen Autos probiert, vom alten Opel Omega, über einen noch älteren Ford Scorpio, einen Porsche Cayenne bis hin zu einem nagelneuen Toyota Avensis und zum Schluß einem Golf, der gar keine Wandlerautomatik, sondern ein Doppelkupplungsgetriebe hatte. Die Technik hat sich zwar spürbar weiterentwickelt, aber das mulmige Gefühl beim Fahren bleibt.
Mein Fazit daher: "Schuster, bleib' bei deinem Leisten" - es zwingt Dich niemand, Schaltwagen zu fahren, und mich zwingt niemand, mir ein Auto ohne Kupplungspedal zu kaufen. So können wir beide doch prima leben.
Ich kann mir übrigens die Vorgänge beim Schalten durchaus auch sehr bewußt machen, und trotzdem kann ich sanft und ruckfei dabei schalten. Es ist eine Frage der jahrelangen Übung und Routine. Ich würde sogar fast sagen, es ist leichter, wenn man sich die Vorgänge bewußt vor Augen führt, und seine Sinne beim Schalten mitbenutzt. Mit offenen Ohren für die Motorgeräusche, einem Auge auf dem Drehzahlmesser und einem sensiblen Kupplungsfuß kann man das Ganze gut in den Griff bekommen.
Ich kann Dir nur raten, Dich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, und beim Fahren mit Automatik erstmal in Ruhe Routine zu sammeln. Wenn Du dann das Schalten noch lernen möchtest, geht es mit etwas zeitlichem Abstand vielleicht wieder etwas besser.

Viel Erfolg... - RS

Die Diskussion –ab diesem Beitrag– als Lesezeichen/Favoriten speichern Mac Paverick
03.09.2015, 14:36 Uhr

zu: Warum können manche Menschen das Schalten nicht unbewusst durchführen?

Hallo,
hier ein tolles Video zum Thema richtiges Anfahren lernen!
https://www.youtube.com/watch?v=ZpHldziaD_4
Ein zweites Video befasst sich mit der Theorie:
https://www.youtube.com/watch?v=9K2pPs2mWIs

Viele Grüße

..zum Seitenbeginn

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