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Fahrzeuge, Technik

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13.04.2006, 19:36 Uhr

Schräglage...

hallo,

ich habe vor, meine Schräglagengrenzen mit dem Motorrad etwas auszuloten. dazu habe ich vor, auf einem Parkplatz am Wochenende einen gedachten Kreis immer schneller zu durchfahren.

hat jemand schon Erfahrungen damit? Wie gross sollte der radius des kreises sein? Irgendwelche Tipps ( außer dass die Reifen warm sein sollten)?

Könnte es Ärger mit dem Supermarkt geben? Sollte man die gleiche Übung eher in einem wenig befahrenen Kreisverkehr am Sonntag oder so machen?


Danke im voraus,

rezk

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13.04.2006, 19:56 Uhr

zu: Schräglage...

naja ich denke mal, dass du mit dem Supermarkt ausserhalb der Geschäftszeiten eher weniger Probleme bekommst, du solltest dir aber am besten einen Parkplatz aussuchen, der relativ weit von den nächsten Wöhnhäusern entfernt ist, da du sonst Probleme mit den Anwohnern bekommen könntest, die das Motorengeräusch stören könnte.

Und besorg dir, falls noch nicht vorhanden so Bügel Fürs Motorrad, die verhindern, dass das Motorrad selber zerkratzt, wenn du damit umfällst.

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13.04.2006, 21:34 Uhr

zu: Schräglage...

Der Radius dürfte sich dann von allein ergeben, ich würde aber auf keinen Fall sehr schnell am Anfang fahren, sondern gaannnnnz langsam rantasten, sonst rutscht dir die Kiste schneller weg als du denkst ;)

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14.04.2006, 12:05 Uhr

zu: Schräglage...

»ich habe vor, meine Schräglagengrenzen mit dem Motorrad etwas auszuloten. dazu habe ich vor, auf einem Parkplatz am Wochenende einen gedachten Kreis immer schneller zu durchfahren.«

Sehr guter Plan. Wenn du des Kurvenfahrens ueberdruessig bist, kannst du ja immer wieder zwischendurch Bremsuebungen einbauen.

»hat jemand schon Erfahrungen damit?«

Jede Menge ;-)

»Wie gross sollte der radius des kreises sein?«

So 10-15 Meter. Da wirst du nach einiger Uebung (2-3 Jahren) etwa 50km/h fahren, anfangs sind 25-30 km/h fuer so einen Radius ganz prima. Da ist das Motorrad schon im kreiselstabilen Bereich (lenkt sich also wie ein Motorrad mit Gegenlenken, nicht mehr wie ein Dreirad mit Lenker in die Kurve drehen), und wenn du bei dem Tempo runterfaellst, tust du dir (vernuenftige Kleidung vorrausgesetzt) meist nicht allzuschlimm weh.

»Irgendwelche Tipps ( außer dass die Reifen warm sein sollten)?«

Warum eigentlich "ausser warme Reifen"? Wie bekommst du denn deine Reifen warm, weisst du das wirklich genau?

Also mein erster Tip waere mal keinen Kreis, sondern eine Acht fahren. Du kannst in die Acht ja auch Kreise einbauen, wenn du doch laengere Zeit in eine Kurvenrichting fahren willst: Also zweimal Linksrum, zweimal Rechtsrum, immer abwechselnd, oder so.

Durch die Acht anstelle des Kreises lernst du viel besser die Kurvenwechsel bzw. Schraeglagenwechsel, die Vorgaenge beim Anbremsen und Umlegen, beim Herausbeschleunigen, beim Gewichts- und Belastungsverlagern, und so weiter.
Und du bekommst keinen Drehwurm, keine Schwindelgefuehle, was beim laengeren Kreisfahren durchaus passieren kann und auf dem Motorrad nicht wirklich angenehm ist.

Darueberhinaus rate ich dir, ins naechstgelegene Tenniscenter zu gehen, und dir dort "verbrauchte" Tennisbaelle geben zu lassen. Mit eine scharfen Messer halbierst du diese, und legst mit ihnen die Kreise fuer die Acht auf dem Parkplatz aus. Halbierte Tennisbaelle sind sehr gut zu sehen, und vollkommen problemlos wenn du darueber faehrst. Im Gegensatz zu Pylonen koennen sie sich nicht ins Vorderrad wickeln, was zum sofortigen Sturz fuehren wuerde (bzw. gefuerht hat ;-) ). Die Dinger hauen auch nicht so leicht ab wie Pylonen, wenn man mal dagegen faehrt, und sind auch in groesserer Menge problemlos transportabel. Abgesehen davon sind sie kostenlos, weil die Tenniscenter sie sonst wegwerfen wuerden.

Sonstige Tips? Das uebliche: Koerperschwerpunkt nach innen, Gewicht auf die aeussere Fussraste, Koerperachse parallel zum Motorrad, Vorlage, Gas geben, keinesfalls auskuppeln.
Sollte Mal das Vorderrad zu rutschen anfangen: deutlich mehr Gas, dann hoert es auf und deine Linie wird enger. Sollte das "deutlich mehr" zuviel gewesen sein und das Hintterrad rutscht, Keines falls das Gas zu machen!!! Stattdessen (Gas offen!) die Schraeglage rausnehmen, bis das Hinterrad von alleine wieder Grip bekommt - wenn es dadurch den Grip wiedererlangt, dass du (typische Anfaengerreaktion) schlagartig das Gas zu machst, dann schicke ich dir Gruesse ins Krankenhaus.
Achja, und darauf achten dass der aeussere Arm locker - entspannt auf dem Tank aufliegt, gelenkt wird (allein) mit dem inneren Arm.
Und bitte alle Bewegungen und Kommandos sanft ausfuehren - sonst weiss das Mopperl nicht mehr was du von ihm willst, bekommt Angst und wirft dich ab.

Viel Erfolg beim Ueben.

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14.04.2006, 12:55 Uhr

zu: Schräglage...

Hey, vielen dank für die Antwort.
Die Reifen fahre bringe ich immer durchs Slalomfahren (Gibt bei mir in der Nähe eine ewig lange Landstrassengerade, da kann man mit 100km/h leicht slalom fahren, bevor es auf den kurvigen Teil der Strecke geht) auf Temperatur bzw. ich fahre einmal flott über meine Hausstrecke. Dann sind sie meistens einigermaßen warm.
Irre ich mich, wenn ich meine, dass bei guten Bedingungen (Temperatur Strasse, Strassenbelag, Reifentemp.) eigentlich die rasten schleifen, bevor, der Reifen wegrutscht? Achso, fahre ne Zephyr, die hat nicht ganz so viel Schräglage...

Danke auf jeden Fall für die Tipps. Werd ich gleich mal ausprobieren, sobald die Strasse wieder trocken ist....



Gruss,

zink

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14.04.2006, 15:27 Uhr

zu: Schräglage...

»Die Reifen fahre bringe ich immer durchs Slalomfahren (Gibt bei mir in der Nähe eine ewig lange Landstrassengerade, da kann man mit 100km/h leicht slalom fahren, bevor es auf den kurvigen Teil der Strecke geht) auf Temperatur«

Seufz.. hab ich mir gedacht. Immer wieder sieht man das Leute versuchen, sogar auf Rennveranstaltungen. Miss mal nach (Reifentemperaturmesser mit Infrarot bei Conrad fuer 70.-), dann weisst du warum ich davon nichts halte. Bei Autos funktioniert das deswegen, weil die die Autos dabei immer etwas rutschen lassen, bei Motorraedern funktioniert es meiner Meinung nach nicht.

»bzw. ich fahre einmal flott über meine Hausstrecke. Dann sind sie meistens einigermaßen warm.«

Das hoert sich schon viel besser an. Scharf anfahren, scharf bremsen, immer wieder, und nicht langweilig rumrollen, das gibt den Reifen Feuer. Aber nicht uebertreiben, solang er noch kalt ist! ;-)

»Irre ich mich, wenn ich meine, dass bei guten Bedingungen (Temperatur Strasse, Strassenbelag, Reifentemp.) eigentlich die rasten schleifen, bevor, der Reifen wegrutscht? Achso, fahre ne Zephyr, die hat nicht ganz so viel Schräglage...«

Nein, da irrst du dich nicht. Natuerlich ist es Motorrad-Typ abhaengig; Ein Chopper setzt meist schon beim Abbiegen an der Ampel auf, bei einer R1 hingegen kuendigt die aufsetzende Raste schon eher den Grenzbereich an. Bei einer BMW R80 (Gummikuh) setzt der Zylinder des Boxermotors auf der Strasse auf, bei der Bol'd'Or die Auspueffe, bei der KTM LC4 der Rahmen, alles noch lange bevor es rutscht.
Eigentlich rutschen die heute erhaeltlichen Reifen nicht mehr durch zuviel Schraeglage, sondern eher durch Fahrfehler: also zuwenig Gas in der Kurve, dadurch zuviel Druck auf dem Vorderrad, ebendieses schmiert weg; oder zuviel Gas am Kurvenausgang, Hinterrad verliert den Grip.
Manchmal sind es natuerlich auch wiedrige Umstaende, z.B. Oel oder Bitumen, die ein Mopperl dazu bringen in der Kurve einen Satz zur Seite zu machen.
Wenn du es wirklich "erfahren" (erfuehlen, ertasten) willst - selten eine schlechte Idee - dann probier mal diese Leute hier: http://www.ms2.de/sichschr.asp - Praedikat empfehlenswert.

Gruesse & Gute Fahrt

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15.04.2006, 18:25 Uhr

zu: Schräglage...

@fLiszt


Was für gute Tipps kannst du mir noch geben, wie ich meine Schräglage vergrößern könnte? Das mit dem Kreisel konnt ich bisher noch nicht ausprobieren, aber ich bin heute wieder ein wenig gefahren und habe festgestellt, dass meine Reifen noch so *klick* aussehen ( an den roten Strichen sieht man ungefähr, wieviel des Reifens noch unbenutz ist.....

Ich habe mir vorgenommen, auf meiner Hausstrecke (sehr viele enge Kurven) einfach jede Kurve ganz normal anzufahren und dann die Geschwindigkeit um 5-10km/h zu erhöhen. aber kann man das empfehlen? Irgendwie müssen diese Angststreifen weg...

Blick Richtung Kurvenausgang und so mache ich schon, gibt es sonst noch eine Methode Kurven schneller zu fahren?


Danke im voraus, vielleicht kannst du mir ja weiterhelfen,

Gruss,

Zink

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15.04.2006, 21:44 Uhr

zu: Schräglage...

»Was für gute Tipps kannst du mir noch geben, wie ich meine Schräglage vergrößern könnte?«

Ueben, ueben, ueben, und nochmal ueben. Und SuperMoto fahren - es gibt einige Veranstalter (z.B. Lothar Schauer oder KOM-Marktl), wo man das unter fachkundiger Anleitung auf Leihmotorraedern tun kann, fuer guenstiges Geld.

»habe festgestellt, dass meine Reifen noch so *klick* aussehen ( an den roten Strichen sieht man ungefähr, wieviel des Reifens noch unbenutz ist.....«

Das mit dem "Angstrand" ist so ein weitverbreitetes Maerchen.. klar kommt es vor der Eisdiele oder am Bikerstammtisch cool, wenn die Gummibroesel von den Reifenkanten haengen, aber eigentlich sagt das nichts aus. Denn wie weit man einen Reifen auf der Kante fahren kann, ist sehr stark Reifen- und Motorradabhaengig. Es kommt eben auf die Geometrie des Reifens, die Fahrwerkseinstellung, die Gummimischung, die Reifenbreite, die Linienwahl und noch hunderterlei mehr Faktoren an, wieviel der vorhandenen Laufflaeche tatsaechlich benutzt wird - und in einer Kombination dieser Faktoren kann der Reifen schon zu rutschen anfangen, wenn noch gut 2cm "Platz" waeren, wohingegen sich in einer anderen Kombination der Reifen schon auf der Kante ist, waehrend die Fuhre noch sicher im Gripbereich rollt.
Guck mal ein Video von Andi Meklau am Pannoniaring an (zu finden auf www.einefetza.com), der Typ driftet ueber beide Raeder waehrend das Motorrad fast aufrecht zu sein scheint; auch in der MotoGP ist das immer wieder zu beobachten.
Also auf diesen "Angstrand" wuerde ich nicht so viel geben, und vor allem nicht das Koennen eines Motorradfahrers danach beurteilen.
Worauf es ankommt, ist ja nicht der Reifenverschleiss, sondern dass man sicher und schnell um die Ecken kommt.

Ansonsten gibt es zwei gute Buecher, in denen viel zum Thema Kurvenfahren, Schraeglage, Fahrtechniken und so weiter steht:
Das eine ist von Lee Parks, Delius Klasing Verlag, erschienen 2004, und heisst "Alles im Griff - Fahrtechnik fuer Motorraeder".
Das andere ist von Keith Code, und heisst "The Twist of the Wrist" oder in deutscher Uebersetzung "Der richtige Dreh". Verlag und Erscheinungsdatum weiss ich leider im Augenblick nicht, aber die ueblichen Verdaechtigen - Louis, Hein Gericke und Polo - haben es eigentlich immer vorraetig.
Dann gibt es noch das Buch "Der Kniff mit dem Knie" von Harry Nieman - Finger weg, das Buch ist das Papier nicht wert auf dem es gedruckt ist.
Besonders das erstgenannte Buch (Parks) ist besonders empfehlenswert, da es einen Haufen praktischer Uebungen enthaelt, und auch immer "positiv - negativ - Bilder" - also das (fast) gleiche Bild, mit kleinen feinen Unterschieden, auf die dann im Text erklaerend eingegangen wird; "so machen weil ... und beachten sie dabei besonders blah.. und nicht so wie im unteren Bild, weil hier sieht man deutlich blubb...".

»Ich habe mir vorgenommen, auf meiner Hausstrecke (sehr viele enge Kurven) einfach jede Kurve ganz normal anzufahren und dann die Geschwindigkeit um 5-10km/h zu erhöhen. aber kann man das empfehlen?«

Nein, das kann man eigentlich nicht empfehlen, oder man muss sogar davor warnen. Denn laengs deiner Hausstrecke stehen Baeume (aua), Leitplanken (Leidplanken - der Koerper passt drunter durch, Kopf und Helm nicht, und die H-foermigen Traeger an denen sie befestigt sind amputieren gern mal ein Bein "On-the-fly"), es kommen im falschen Moment Autos entgegen, und es faehrt dort auch mal ein randvoll getankter LKW, der in jeder Rechtskurve ein paar Lieter Diesel verliert und auf der Bahn verteilt. Alles in allem kein guter Platz, um seine persoenlichen Grenzen auszuloten.
Gerade beim Ueben von Kurvenfahren und Schraeglagen, wo man es denn doch ploetzlich mit der Angst zu tun bekommt (10km/h schneller als beim letzten Mal, genau da kommt ein Bus entgegen) halte ich das fuer richtig lebensgefaehrlich - denn unter Einfluss von Angst tut man dann doch kontraproduktive Dinge, wie "Auf das Hindernis schauen", "Gas wegnehmen", "Bremsen" und dergleichen, und dann scheppert es gewaltig, wenn nicht gar final.
Also zum Ueben lieber
- auf den Parkplatz
- ins Sicherheitstraining, wieder und wieder,
- auf die Rennstrecke (Veranstalterdatenbank gibt's auf www.racing4fun.de)
- auf die Kartbahn
- oder sonstwohin, wo nichts in der (Flug)Bahn steht, aber im Zweifelsfall Helfer vorhanden sind die einen wieder aufklauben, wenn der "Try" ein "Error" war.
- und nicht im Strassenverkehr ueben; denn das Runterfallen tut nicht (sonderlich) weh, das Dagegenknallen jedoch um so mehr.

»Blick Richtung Kurvenausgang und so mache ich schon, gibt es sonst noch eine Methode Kurven schneller zu fahren?«

Abgesehen davon, was im Code und im Parks steht, gibt es hier noch eine recht gute Anleitung:
http://www.rrr.de/~rainer/team-tschauder/knie/amkn
ie.htm

Vielleicht hilft das ja noch weiter.
Eins faellt mir bei des Aussage "5-10km/h schneller" noch ein: Die Zeit liegt am Kurvenausgang, nicht am Eingang. Also lieber langsamer in die Kurve rein, dafuer schneller raus - den Schwung hast du dann auf der naechsten Geraden, das macht richtig viel Sekunden aus.

Gruesse und viel Spass beim Ueben!

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16.04.2006, 12:19 Uhr

zu: Schräglage...

danke für die tipps, ich hoffe, das mit dem Parkplatz üben klappt mal und die bücher werd' ich mir auch mal anschauen....

Gruss,

zink

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17.04.2006, 12:24 Uhr

zu: Schräglage...

Hallo, habs heute mal probiert mit dem Kreise fahren. habs als erstes im zweiten gang probiert, aber da lief die Kiste viel zu untertourig. Also erster gang, man muss halt aufpassen mit dem gas... Links rum gings sehr gut, auch wenn ich vielleicht noch weiter runtergekommen wäre... Aber rechtsrum wars ne absolute Katastrophe. Die achter, die ich dann gefahren hab, sahen dann entsprechend aus....

Kann man es eigentlich, um die Schräglage bei etwas höheren Geschwindigkeiten auszuloten, an einem Autobahnkreuz probieren? Also dort, wo die von der Sportlerfraktion gerne ihre Rasten schleifen lassen?

Oder zu gefährlich?





Gruss,

zink

Die Diskussion –ab diesem Beitrag– als Lesezeichen/Favoriten speichern Michael (Wien)
17.04.2006, 21:42 Uhr

zu: Schräglage...

»Kann man es eigentlich, um die Schräglage bei etwas höheren Geschwindigkeiten auszuloten, an einem Autobahnkreuz probieren? Also dort, wo die von der Sportlerfraktion gerne ihre Rasten schleifen lassen?«

Schon mal gesehen oder auch nur drüber nachgedacht, wie "schneidig" dich so ein Leitplankenständer empfangen kann?

lG,
Mike

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19.04.2006, 15:19 Uhr

zu: Schräglage...

Wie meine Vorredner schon sagten. Ausloten der eigenen Grenzen gehört von der Strasse verbannt. Entweder auf der Rennstrecke oder auf freiem Terrain.

Mit Erlaub lebt die Knieschleiferfraktion immer am Rand des Abfluges. Der oftmals gescholtene Angstrand am Reifen ist deine Reserve wenn du wieder erwarten doch mal weiter runter musst, z.B. wenn die Kurve enger als gedacht wird.

Permanentes Fahren an der Grenze bedeutet, das man diese auch sehr schnell überschreitet. Möchte den sehen, der in äußerster Schräglage durch die Kurve bügelt und dann feststellt, das hinter dem Scheitelpunkt ganz plötzlich ein Traktor auf der Strasse steht oder sonst etwas.

Im Grunde gehören die meiner Meinung nach alle von der Strasse, denn wenn die in der Linkskurve abgehen ist es deren Problem ( solange da keine Personen stehen ) In Rechtskurven hingegen räumen diese beim Abflug gerne mal den Gegenverkehr mit weg.

Wozu also wirklich im Tiefflug über die Strecke bügeln. Nur um es seinen Kumpels eventuell gleichzutun ? Lieber zügig und sich wohlfühlend die Kurve nehmen, als sich eventuell mit Angstschweiß auf der Stirn am Baum wiederzufinden.

Meine Meinung.

Ich fahre gerne Motorrad, aber genauso gerne Lebe ich auch.

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05.05.2006, 18:48 Uhr

zu: Schräglage...

Hallo,

ich hätte noch eine Frage zu den Schräglagenreserven...

Und zwar habe ich mit meinen 34PS versucht, an einer Diversion dranzubleiben, in einer scharfen Rechtskurve hat aber mein Stiefel den Asphalt touchiert und wurde einigermaßen nach hinten "geschleudert"..

Ich weiss ja nicht, sieht man daran, dass man schon im Bereich fährt, in der der Reifen nicht mehr so gut haften könnte?

Auf jeden Fall werde ich nächstes Mal vor der Kurve meine Stiefel weiter hinten auf die Rasten stellen...

Gruss,
zink

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05.05.2006, 19:03 Uhr

zu: Schräglage...

achso, angststreifen beträgt noch 1cm

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05.05.2006, 21:04 Uhr

zu: Schräglage...

Oh was ist denn nun? Kommt diesmal kein Fahrlehrer der gleich wieder an das Heldentat-Forum erinnert?!
Bin enttäuscht...

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05.05.2006, 22:34 Uhr

zu: Schräglage...

@Lizzard: Ich wollte keine "Heldentat" oder wie immer auch du das nennst schildern, sondern fragen, ob ich mich, wenn die Stiefel den Boden berühren schon im haftungsmäßigen Risikobereich befinde oder bedenkenlos weiter runtergehen kann...


Gruss,

rezk

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06.05.2006, 02:42 Uhr

zu: Schräglage...

»Und zwar habe ich mit meinen 34PS versucht, an einer Diversion dranzubleiben,«

*ggg* :-)

Wie lang konntest du denn dran bleiben?
- Aber bitte bitte uebertreib es nicht; du musst niemandem etwas beweisen, auch dir selber nicht, ausser vielleicht moeglichst lange zu ueberleben.

»in einer scharfen Rechtskurve hat aber mein Stiefel den Asphalt touchiert und wurde einigermaßen nach hinten "geschleudert"..«

Deswegen haben gute Stiefel sogenannte "Schleifkanten". Das sind austauschbare Hartplastik-, Carbon- oder Keramik- Stuecke, die mit einigen Schrauben aussen am Stiefel befestigt werden. In deinem Fall, oder wenn der Fahrer die Schraeglage mit der Stiefelspitze ertastet, beruehrt nicht der Stiefel selber, sondern eben diese Schleifkante den Asphalt; und das hat folgende Vorteile:
Erstens ist der Schleifer hart und glatt, und gleitet ohne nennenswerten Widerstand bzw. Grip ueber den Asphalt, der Stiefel des Fahrers wird nicht mehr nach hinten gerissen.
Zweitens wird nicht der Stiefel verbraucht, sondern nur der Schleifer, und das ist ein paar-Euro-Ersatzteil welches in wenigen Minuten ausgewechselt ist.

»Ich weiss ja nicht, sieht man daran, dass man schon im Bereich fährt, in der der Reifen nicht mehr so gut haften könnte?«

Das kann ich dir leider nicht sagen. Es kommt sehr auf deine Sitzposition auf dem Motorrad an. Wenn du "drueckend" wie ein Motocrossfahrer um die Ecke faehrst (Oberkoerper bleibt gerade, nur das Motorrad selbst wird schraeg), dann wird dein Stiefel am Boden sein noch lange bevor du den gruenen Bereich verlaesst.
Faehrst du im "klassischen Stil", also den Koerper in einer Linie mit dem Motorrad, Knie am Tank und aufrecht sitzend, ist ein schleifender Stiefel schon ernster zu nehmen.
Faehrst du hingegen "Hang Off", also zum Kurveninneren neben dem Motorrad haengend, dann sollte eigentlich dein Knie lange vor der Stiefelspitze am Boden sein - wenn dann noch die Stiefelspitze und/oder die Rasten aufsetzen, solltest du eigentlich schon ein deutliches Driften nach aussen wahrnehmen und bist absolut am Grenzbereich angelangt.

Die Schraeglage ist nicht der Winkel zwischen vertikaler Achse des Motorrades und der Fahrbahn, sondern der Winkel zwischen der Linie durch den Schwerpunkt des Gesamtsystems (zusammengesetzt aud Motorrad und Pilot) und die Reifenaufstandsflaeche und der Fahrbahn (sorry komplizierter Satz, eventuell mehrfach lesen).

Zusaetzlich kommt es auf die Fahrbahnbeschaffenheit und die Witterung an - bei trockener, warmer, griffiger (Teer)Fahrbahn kannst du bedenkenlos auf den Auspufftoepfen abbiegen, bei Naesse auf einer Betonpiste kann es sein dass du schon abfliegst noch bevor der Stiefel am Boden ist.

Ausserdem kommt es natuerlich auf die Hoehe der Rasten und die Stellung des Fusses auf denselben an; geht der Stiefel auf einer R1 mit hoeherverlegten Fussrasten auf, wenn der Pilot den Fuss mit der Spitze auf der Raste stehen hat, ist der Grenzbereich bestimmt erreicht. Auf einer Harley-Davidson hingegen, den Fuss tourenmaessig mit der Fussmitte auf Raste bzw. Trittbrett gestellt, wird der Stiefel eventuell schon bei einem normalen Spurwechsel Bodenkontakt haben (sodass man sich besser eine R1 kauft und die Rasten hoeherverlegen laesst ;-D ).

Also soviele (unbekannte) Faktoren, dass eine definitive Aussage ueber deine Entfernung zum Grenzbereich definitiv unmoeglich ist.

Aber es ist ganz normal, dass Fahrer mit dem Stiefel die Schraeglage "ertasten" - zuegig umlegen bis der Stiefel aufgeht, danach vorsichtiger agieren ist wohl eine vernuenftige Faustregel. Ausserdem ist im Strassenverkehr das Stiefel viel besser zum Tasten geeignet als das Knie - geht viel unauffaelliger und unspektakulaerer.

»Auf jeden Fall werde ich nächstes Mal vor der Kurve meine Stiefel weiter hinten auf die Rasten stellen...«

Ohh, bitte entschuldige, dass ich dieses Detail in meinen vorherigen Ausfuehrungen verschwiegen bzw. vergessen habe; ja, der Fuss gehoert mit der Spitze auf die Raste. Die Fussraste muss unter dem vorderen Ballenbereich sein, ein kleines Stueck hinter der Stelle wo der Fuss in die Zehen uebergeht.
Stell dich mal (ohne Motorrad) einfach auf die Zehenspitzen - da, wo du dabei den groessten Druck verspuerst, da gehoert die Raste hin; uebrigens der Bereich des Fusses, mit dem du am meisten Druck auf die Fussrasten ausueben kannst.
Steht uebrigens im "Parks-Buch" und auch auf den oben verlinkten "Am Knie"-Seiten von Rainer Tschauder nachzulesen.

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06.05.2006, 10:47 Uhr

zu: Schräglage...

»Wie lang konntest du denn dran bleiben?«

Auf dem kurvigen Teil konnte ich erstaunlich lange dranbleiben, muss aber dazusagen, dass es meine Hausstrecke war und der Diversion Fahrer wohl nicht (wie ich) an seine Grenzen gegangen ist.

Auf den kurzen Geraden ist er aber weggezogen, in den Kurven hatte ich das Gefühl, ich war etwas schneller.

»Das kann ich dir leider nicht sagen. Es kommt sehr auf deine Sitzposition auf dem Motorrad an. Wenn du "drueckend" wie ein Motocrossfahrer um die Ecke faehrst (Oberkoerper bleibt gerade, nur das Motorrad selbst wird schraeg), dann wird dein Stiefel am Boden sein noch lange bevor du den gruenen Bereich verlaesst.
Faehrst du im "klassischen Stil", also den Koerper in einer Linie mit dem Motorrad, Knie am Tank und aufrecht sitzend, ist ein schleifender Stiefel schon ernster zu nehmen.
Faehrst du hingegen "Hang Off", also zum Kurveninneren neben dem Motorrad haengend, dann sollte eigentlich dein Knie lange vor der Stiefelspitze am Boden sein - wenn dann noch die Stiefelspitze und/oder die Rasten aufsetzen, solltest du eigentlich schon ein deutliches Driften nach aussen wahrnehmen und bist absolut am Grenzbereich angelangt.«


Ne, ich bin eigentlich mit der klassischen Technik gefahren, d.h. Körper hat ungefähr den gleichen Winkel wie das Motorrad... Aber von driften oder so habe ich (zum Glück!) noch nichts gespürt und die Rasten haben auch (noch!) nicht geschliffen...

Streckenbedingungen waren optimal, 25C Außentemperatur, warme Reifen.

»
Ohh, bitte entschuldige, dass ich dieses Detail in meinen vorherigen Ausfuehrungen verschwiegen bzw. vergessen habe; ja, der Fuss gehoert mit der Spitze auf die Raste. Die Fussraste muss unter dem vorderen Ballenbereich sein, ein kleines Stueck hinter der Stelle wo der Fuss in die Zehen uebergeht.
Stell dich mal (ohne Motorrad) einfach auf die Zehenspitzen - da, wo du dabei den groessten Druck verspuerst, da gehoert die Raste hin; uebrigens der Bereich des Fusses, mit dem du am meisten Druck auf die Fussrasten ausueben kannst.
Steht uebrigens im "Parks-Buch" und auch auf den oben verlinkten "Am Knie"-Seiten von Rainer Tschauder nachzulesen. «


Danke für den Tipp; fürs nächste Mal dann ;-)


Gruss,
zink

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06.05.2006, 16:29 Uhr

zu: Schräglage...

»Ohh, bitte entschuldige, dass ich dieses Detail in meinen vorherigen Ausfuehrungen verschwiegen bzw. vergessen habe; ja, der Fuss gehoert mit der Spitze auf die Raste. Die Fussraste muss unter dem vorderen Ballenbereich sein, ein kleines Stueck hinter der Stelle wo der Fuss in die Zehen uebergeht.
Stell dich mal (ohne Motorrad) einfach auf die Zehenspitzen - da, wo du dabei den groessten Druck verspuerst, da gehoert die Raste hin; uebrigens der Bereich des Fusses, mit dem du am meisten Druck auf die Fussrasten ausueben kannst.
Steht uebrigens im "Parks-Buch" und auch auf den oben verlinkten "Am Knie"-Seiten von Rainer Tschauder nachzulesen. «
«


Habe heute mal deinen Tipp ausprobiert und hat mir wirklich viel gebracht.
Fühle mich in größerer Schräglage um Längen sicherer, als wenn ich weiss, dass jeden moment die Füsse aufsetzen könnte und bin damit gleich noch mal weiter runter gekommen.

Wozu übt man eigentlich Druck auf die kurvenäußere Seite auf?


Vielen dank,

Gruss,
zink

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06.05.2006, 19:17 Uhr

zu: Schräglage...

»Habe heute mal deinen Tipp ausprobiert und hat mir wirklich viel gebracht.«

Das freut mich ungemein, geht mir sozusagen runter wie Oel. Ein schoeneres Kompliment haettest du mir kaum machen koennen :-D

»Wozu übt man eigentlich Druck auf die kurvenäußere Seite aus?«

Das hat mehrere Gruende:
Erstens "drueckt" man dadurch sozusagen den Hinterreifen in die Strasse, und er behaelt laenger den Grip.
Zweitens nimmt einen das Motorrad dann sozusagen mit, wenn es in der Kurve nach aussen zu rutschen beginnt; also die Karre rutscht seitlich weg, aber der Pilot ist fast wie drauf festgeklebt, und folgt der Bewegung des Motorrades.
Drittens ist es nicht mehr so unglaublich unangenehm, wenn der Fuss mit der Raste aufsetzt, weil durch den geringeren Druck (bzw. die ploetzlich eintretende Druckveraenderung) viel weniger Unruhe im Fahrwerk entsteht; also wenn man (mit vollem Druck) auf der inneren Raste steht, und der Fuss setzt auf oder wird gar von der Raste gerissen, dann ist das schon ein entscheidender Unterschied zur gleichen Situation, wenn die Raste nicht belastet ist.

Allerdings ist dies auch eine Stil- oder Geschmacksfrage; waehrend die einen Trainer/Instruktoren, meist aus dem SuperMoto- oder MotoCross-Lager kommend, entschieden auf den Druck aussen bestehen und diesen zum heiligen Ritual erheben (z.B. Hans Dampf von KOM Marktl oder Lothar Schauer), gibt es andere, wie z.B. Christian von MS2, die eher innen belasten, oder Mike, der fast gleichmaessig belastet und in beiden Rasten steht.
Lee Parks bringt es auf den Punkt: Am Besten ist das, was fuer dich am besten funktioniert, und wobei du dich am wohlsten fuehlst.
In meinem persoenlichen Fall ist das aber die Belastung aussen.

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12.05.2006, 15:25 Uhr

zu: Schräglage...

Hallo,

wollte mich nochmal für die Hilfe bedanken, FLiszt...
Habe es heute das erste mal geschafft, in einer Kurve die Rasten schleifen lassen, wobei da meine Schuhe sich auch ganz ordentlich abschmirgeln, obwohl sie mit den Ballen auf den rasten stehen (etwas weitere Spitzkehre, Geschw. 65km/h) .
Und der Angststreifen ist auch bis auf einen minimalen Rand von vielleicht 1mm verschwunden...


Jetzt hätte ich trotzdem noch einige Fragen:
ANGENOMMEN ich wollte noch weiter runtergehen: Wie reagiert man eigentlich auf einen wegrutschenden Vorderreifen/ Hinterreifen? Merkt man dieses Rutschen gleich oder erst dann, wenn es schon zu spät ist?
Weil anscheinend schaffen es einige Fahrer meines Motorradtyps (Kawa Zephyr 550) sie soweit abzuwinkeln, bis der LiMa/Motordeckel kratzt...

Aber ich glaub, das heute reicht erstmal...

Gruss,
zink

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Amtliche Prüfungsfrage Nr. 1.1.02-023 / 3 Fehlerpunkte

Ein Radweg, auf dem eine Gruppe von Kindern fährt, endet. Womit muss gerechnet werden?

Dass die Kinder

- absteigen und warten, bis alles frei ist

- bedenkenlos auf die Fahrbahn wechseln

- zu weit in die Fahrbahn kommen

Amtliche Prüfungsfrage Nr. 1.4.42-117-B / 3 Fehlerpunkte

In welchen Fällen dürfen Sie die Leitlinie überfahren?

Bild zur amtlichen Prüfungsfrage Nr. 1.4.42-117-B

In keinem Fall

Zum Überholen

Um an einem Hindernis vorbeizufahren

Amtliche Prüfungsfrage Nr. 1.2.07-103 / 3 Fehlerpunkte

Auf nebeneinander liegenden Fahrstreifen für eine Fahrtrichtung endet ein Fahrstreifen. Sie befinden sich auf dem nicht durchgehend befahrbaren Fahrstreifen. Welches Verhalten ist richtig?

Erst unmittelbar vor Beginn der Verengung im Reißverschlussverfahren einordnen

Beim Einordnen in den durchgehenden Fahrstreifen stets zuerst fahren

Umittelbar nach dem ersten Hinweis auf die Fahrbahnverengung in den durchgehend zu befahrenden Fahrstreifen einordnen